Auf der Website des Medienzentrums (im Untermenü Bildung -> schulische Medienbildung) werden Sie in Zukunft für den GS und Sek1 Bereich ausgewählte Unterrichtsbeispiele zu den einzelnen Kompetenzbereichen und Lernfeldern finden, die sich aus den Kompetenzbereichen Medienbildung und den Lernfeldern der informatischen Bildung zusammensetzen.

Die Bereiche Sek 2 und berufliche Bildung werden hier mitgedacht, allerdings nicht entsprechend der Lern- und Handlungsfelder nochmal spezifisch herausgearbeitet und kenntlich gemacht. Das hat zum Hintergrund, dass die Lernfelder des Sek 2 Bereichs Informatik zu spezifisch und die Handlungsfelder der Berufsbildung große Schnittmengen zur medienbildungs- und informatischen Perspektive aufweisen.

Somit erwarten Sie hier unverbindliche Unterstützungsangebote, die eine Praxis im Rahmen der angesprochenen Handlungsfelder und Kompetenzbereiche ermöglichen.

Warum tun wir das? 

Das Medienzentrum Landkreis Harburg definiert schulische Bildung in der digital vernetzten Welt im Rahmen der 4 folgenden unterrichtlichen Orientierungen. Wir möchten Ihnen ein Unterstützungsangebot machen und Ihnen verschiedene Unterrichtsmaterialien hier zugänglich machen und Sie somit in Ihrer Umsetzung unterstützen.

Warum zusammen denken ?

Unsere Haltung ergibt sich aus den folgenden Perspektiven, die einen gemeinsamen unterrichtlichen Blick auf Medienbildung und informatische Bildung erlaubt. Diese basiert vor allem auf dem

Frankfurt-Dreieck

Das Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt. Quelle: https://dagstuhl.gi.de/frankfurt-dreieck/

Das Frankfurt-Dreieck zur Bildung in der digital vernetzten Welt. Quelle: https://dagstuhl.gi.de/frankfurt-dreieck/

Das Frankfurt-Dreieck versucht die verschiedenen Blickwinkel auf Bildung in einer digital vernetzten Welt zusammenzuführen.

Im Rahmen dieser Perspektive ist in der allgemeinbildenden Schule Niedersachsen in GS, Sek 1 und Sek 2 die curriculare Zuornung einer „Bildung in der digital vernetzten Welt“ auf mehrere Schultern verteilt, die eben nicht einer reinen MINT-Orientierung folgt, sondern technologisch / mediale, gesellschaftlich / kulturelle und kommnikativ / handelnde Betrachtungsgegenstände in den Blick auf unsere digitale vernetzte Welt nimmt.

Zusammen ergeben sich in der niedersächsischen, allgemeinbildenden Schule zwei Bereiche und ein weiterer in der beruflichen Bildung:

 

Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung - Kompetenzstufe 1

Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung – Kompetenzstufe 1

1. Medienbildung

In Niedersachsen bitete das Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung in der allgemeinbildenden Schule eine unterrichtliche Betrachtung zu diesem Themenfeld . Es ist eine Zusammenstellung von wesentlichen Medienbildungskompetenzen, die in sechs Bereichen und drei Kompetenzstufen zusammengestellt sind und in dieser Perspektive auch in der Grundschule schon Anwendung finden soll:

KB1: Suchen, Erheben, Verarbeiten und Aufbewahren
KB2: Kommunizieren und Kooperieren
KB3: Produzieren und Präsentieren
KB4: Schützen und sicher Agieren
KB5: Problemlösen und Handeln
KB6: Analysieren, Kontextualisieren und Reflektieren

Sie folgt im Wesentlichen den Kompetenzerwartungen der Kultusministerkonferenz (KMK), ergänzt und vertieft diese in differenzierte Teilkompetenzen und strukturiert sowie konkretisiert sie in einem praxisbezogenen Modell in einer pädagogisch sinnvollen Progression.

Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung - Kompetenzstufe 2

Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung – Kompetenzstufe 2

Die sechs Kompetenzbereiche sind im Prozess des Kompetenzerwerbs nicht isoliert voneinander, sondern vielmehr vernetzt miteinander zu betrachten. Im Lernen mit, über und durch Medien entwickeln die Schülerinnen und Schüler in Bildungsprozessen, welche alle Kompetenzfelder berücksichtigen, Wissen, Können und Haltungen sowie ein grundlegendes Medialitätsbewusstsein.

Das Kompetenzmodell zur Medienbildung in der Schule beruht auf dem Ansatz der fachintegrierten Medienbildung. Sie stellt einerseits eine fächerübergreifende Ergänzung der bestehenden Kerncurricula dar und ist zugleich so konzipiert, dass alle Unterrichtsfächer darin Vernetzungsmöglichkeiten für einen medienkompetenzorientierten Fachunterricht finden. So kann der fachliche Kompetenzerwerb gemäß Kerncurricula mit dem Erwerb von Medienkompetenz in der Erarbeitung fachlicher Inhalte und Themen verbunden werden.

Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung - Kompetenzstufe 3

Kompetenzmodell des Orientierungsrahmens Medienbildung – Kompetenzstufe 3

Darüber hinaus ist das Kompetenzmodell ein Werkzeug für die Entwicklung schulischer Medienbildungskonzepte im Rahmen von Schulprogrammen und Schuleigenen Arbeitsplänen. Die Kompetenzen der Medienbildung können sowohl mit fachlichen Themen und Inhalten in den „Schuleigenen Arbeitsplänen“ als auch mit schulischen Projekten vernetzt werden. Zugleich ist das Modell ein grundlegendes Instrument für die Qualifizierung von Lehrkräften im Bereich der Medienbildung.

Kompetenzmodell für die sechs Kompetenzbereiche (PDF)

Übersichten aller Kompetenzbereiche für die drei Kompetenzstufen (PDF)

 

2. Informatische Bildung

Dazu kommt der Schwerpunkt der informatischen Bildung in Sek 1 und Sek 2. In Sek 1 wird Informatik spätestens ab dem Schuljahr 2023/2024 Pflichtfach werden.

Dieser gliedert sich in verschiedene Lernfelder auf:

Sekundarstufe 1: 

Sek1 LF1 – Daten und ihre Spuren
Sek1 LF2 – Computerkompetenz
Sek1 LF3 – Algorithmisches Problemlösen
Sek1 LF4 – LF Automatisierte Prozesse

Sekundarstufe 2: 

Sek2 LF1 – Algorithmen und Datenstrukturen
Sek2 LF2 – Informationen und Daten
Sek2 LF3 – Automaten und Sprachen

 

3. Berufliche Bildung

Die KMK definiert ihre Emfehlung für berufliche Bildung im Rahmen von Bildung in der digitalen Welt folgendermaßen:

„Die beruflichen Schulen knüpfen in ihren Bildungsprozessen an das Alltagswissen und die an allgemeinbildenden Schulen erworbenen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler im Umgang mit digitalen Medien an. Die in Abschnitt 2.1.1. getroffenen Aussagen zu neuen Lernformen, zur individuellen Förderung sowie Methodik und Didaktik gelten gleichermaßen für die beruflichen Schulen. Der hierfür zugrunde gelegte Kompetenzrahmen ist dabei als übergreifend zu verstehen. In den einzelnen Bereichen der beruflichen Bildung muss allerdings eine berufsspezifische Ausprägung erfolgen. Die Zielsetzung beruflicher Bildung – der Erwerb einer umfassenden Handlungskompetenz – bedingt, dass der Kompetenzerwerb im Kontext von digitalen Arbeits- und Geschäftsprozessen als fächerübergreifende Querschnittsaufgabe angelegt sein muss.“

So werden für die berufliche Bildung 7 Handlungsfelder definiert (vgl. Anhang, KMK Handlungsfelder):

BBS – HF1 – Anwendung und Einsatz von digitalen Geräten und Arbeitstechniken
BBS – HF2 – Personale berufliche Handlungsfähigkeit
BBS – HF3 – Selbstmanagement und Selbstorganisationsfähigkeit
BBS – HF4 – Internationales Denken und Handeln
BBS – HF5 – Projektorientierte Kooperationsformen
BBS – HF6 – Datenschutz und Datensicherheit
BBS – HF7 – Kritischer Umgang mit digital vernetzten Medien und den Folgen der Digitalisierung für die Lebens- und Arbeitswelt

(Artikel überarbeitet am 24.11.2020)