Ein digitales Medienbildungslabor für fächerverbindendes Lernen entsteht. Insgesamt wurden im Landkreis Harburg sieben Maßnahmen von Schulen und Medienzentrum bewilligt

Landrat Rainer Rempe besucht das Medienzentrum und lässt sich den lernfähigen, kollaborativen Roboter „Panda“ vom Leiter des Medienzetnrums näher bringen.

Ein kleiner Stups reicht aus – und „Panda“ legt los. Vorsichtig berührt Landrat Rainer Rempe den weißen Industrieroboter. Dieser lässt sich nicht lange bitten, bewegt seinen Greifarm und stapelt ein kleines Holzklötzchen auf das andere. Doch das Stapeln ist nur ein Mittel zum Zweck, der 6-Achs-Roboter, der in dieser Form auch in der Industrie eingesetzt wird, hat im Medienzentrum Landkreis Harburg eine ganz besondere Aufgabe: An ihm lassen sich Grundlagen der kollaborativen Robotik erlernen – und das bald in einem eigenen großen Lernraum. Der gut 170 Quadratmeter große Raum war bisher das Lernzentrum des Gymnasiums Hittfeld und wird im Laufe der nächsten zwei Jahre zu einem digitalen Medienlabor umgebaut, in dem zukünftig Angebote der Medienbildung umgesetzt werden. Hier sollen sowohl Kinder- und Jugendliche in ihrer Medienkompetenz gestärkt, als auch multiplikatorische Angebote für pädagogische Fachkräfte und Bildungseinrichtungen gemacht werden.

Masterplan Digitalisierung des Landes Niedersachsen

Das Medienlabor ist hierbei eine von sieben Maßnahmen, die als Sonderprojekte aus dem Masterplan Digitalisierung des Landes Niedersachsen gefördert werden. Das Land fördert über die „Landesinitiative n-21“ im Rahmen des Masterplans Digitalisierung auch weitere Bildungsprojekte im Landkreis: Die Projekte Additive Fertigung – 3D-Druck, Digitales Lernen 4.0 – Distanzlernen und Mensch-Roboter-Kollaboration – Robonatives werden auf Antrag des Landkreises Harburg als Schulträger, der BBS Winsen und Buchholz, der IGS Seevetal, des Gymnasium Hittfeld und der OBS Jesteburg mit unterstützt. Dabei beträgt die Förderung rund 545.000 Euro. Der Landkreis trägt hierbei einen Eigenanteil von 70.000 Euro.

Enge Verzahnung von informatischer Bildung und Medienbildung

Rechts einer der 3D Drucker, daneben in der Mitte der weisse Panda. Links davon sind zwei Niryo Ned Roboter für den Gruppeneinsatz

Rechts einer der 3D Drucker, daneben in der Mitte der weisse Panda. Links davon sind zwei Niryo Ned Roboter für den Gruppeneinsatz

Das Gymnasium Hittfeld, die IGS Seevetal und das Medienzentrum richten das digitale Labor ein. „Hier entsteht eine Bildungswerkstatt für Medienbildung im fächerverbindenden Lernen“, sagt Ekkehard Brüggemann, Leiter des Medienzentrum Landkreis Harburg und medienpädagogischer Berater des Niedersächsischen Landesinstituts für schulische Qualitätsentwicklung, als er Landrat Rainer Rempe einen Überblick über die Maßnahmen gab. Dort können Pädagogen z.B. als Multiplikatoren an den kollaborativen Robotern Fachinhalte und zeitgemäße Methoden für ihren Unterricht kennenlernen und einüben. Auch die Arbeit mit 3D-Druckern wird in diesem Projekt für die schulischen Einsätze erprobt. Im Rahmen des Labors ist es aber auch jetzt schon möglich, das neu eingerichtete Medienstudio mit Streaming- und Produktionstechnik zu nutzen. „Der Umgang mit Medien und Technologie muss im Rahmen eines verantwortungsvollen Umgangs ein selbstverständlicher Baustein einer Demokratiebildung unter den Bedingungen einer digitalisierten Welt sein!“ ergänzt Brüggemann. Hierzu möchte er im Rahmen des Medienlabors informatische Bildung und Medienbildung eng miteinander verzahnen.

„Ich bin stolz, dass unsere Schulen und unser Medienzentrum diese innovativen Projekte entwickelt haben und realisieren“, zeigte sich Landrat Rainer Rempe beeindruckt. „Das hat Vorbildcharakter in Niedersachsen.“ Er betonte, die Bedeutung der zunehmenden Digitalisierung und digitalen Kompetenz als Schlüsselfaktor für die Zukunft: „Dafür müssen die digitalen Technologien in den Unterricht geholt und mit anwendungsorientiertem Unterricht die Schülerinnen und Schüler begeistert werden. Im Landkreis schaffen wir mit Projekten wie dem digitalen Medienbildungslabor die Voraussetzungen dafür.“

Weitere Details über das Medienlabor finden Sie hier.

Eine kurze Dokumentation der Einführung in die Arbeit mit Robotern / 3D Drucker für Lehrkräfte finden Sie hier.